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Leserbriefe
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B I L A N Z N A C H 2 W O C H E N S T A L L P F L I C H T F Ü R G E F L Ü G E L
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Susanne & Rolf Schweizer Fachstrasse 35 8942 Oberrieden
7. März 2006
Bilanz nach 2 Wochen Stallpflicht für Geflügel
Noch steht unseren Hühnern eine lange Haftstrafe ohne ausreichende Bewegung, Sonne und Gras bevor. Unsere Tiere dürfen normal bis zu ihrem natürlichen Tod leben und sie haben Auslauf auf dem ganzen Umschwung. Wir zählen also zu den (un-)typischen Hobby-Tierhaltern. Sechs Tiere mussten wir inzwischen schlachten lassen, um den engebedingten Hahnenkämpfen Einhalt zu gebieten und dem verbleibenden Grüppchen etwas mehr Platz zu gewähren.
Uns wird in diesen Tagen so richtig bewusst, wie viel Tierleid die Hallen- und Bodenhaltung ohne ein Hälmchen Gras mit sich bringt. Kein Wunder leben solche Hühner dank oder trotz Antibiotika-Beigaben nur gerade ein Jahr. Mastküken, liebevoll und völlig zu Recht „Mist-kratzerli“ genannt, werden sogar schon nach weniger als zwei Monaten geschlachtet. Sie ver-bringen dieses kurze, erbärmliche Leben bei Kunstlicht und in ihrem Kot stehend, rund um die Uhr fressend und mit bis zu 27.000 Leidensgenossen in einer großen Halle. Dass das Immunsystem von solchem Geflügel geschwächt und für Krankheitserreger besonders an-fällig ist, erstaunt weiter nicht.
Aus Kommentaren mancher Kleinbauern, die uns zugegangen sind, geht hervor, dass diese Leute kaum ertragen können, wie ihre an Freiheit gewohnten Tiere unter der Stallpflicht leiden. Dass diese Haltung zudem viel zeitaufwändiger und kostspieliger ist, liegt auf der Hand. So ist beispielsweise auch unser liebevoll errichtetes und vogelsicheres Außengehege unter der riesigen Nassschneemenge der letzten Tage zerrissen und völlig in sich zusammen-gestürzt.
Manche Kleinbetriebe und Hobbyhalter erwägen unter den genannten Umständen die Geflügelhaltung aufzugeben oder haben ihre Bestände gar schon liquidiert. Wenn es Absicht ist, die Freilandhaltung auszumerzen und nur noch die tierunwürdige Hallenhaltung zuzu-lassen und zu propagieren, so wird jetzt ganze Arbeit geleistet.
Bei einem Augenschein am Bodensee überrascht es uns gar nicht, dass dort Wasservögel verenden. Wie wir ja wissen, hat dieser See extrem wenig Wasser. Die Abwasserrohre münden jetzt auf vertrocknetem Seegrund. Es stinkt oft grausam. Und trotzdem tummeln sich Schwäne und andere Vögel in Ufernähe in diesem stinkenden Wasser. Wie soll da ein Wasservogel gesund bleiben? Zudem waren die vergangenen Monate der härteste und kälteste Winter seit über 20 Jahren. Früher wurde den Wasservögeln in harten Wintern geholfen. Heute werden Helikopter eingesetzt, um ihre verendeten Körper zu orten.
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