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Tierversuchsstadt Würzburg

Etwa 200 Tierfreunde demonstrierten am 3. Adventssamstag in der Würzburger Innenstadt gegen Tierversuche



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In Würzburg entsteht das derzeit teuerste Tierversuchszentrum Deutschlands: Was sich harmlos »Zentrum für Experimentelle Molekulare Medizin« (ZEMM) nennt, ist in Wirklichkeit eine 31 Mio Euro teure Tierversuchsanlage der Universität.

»Bereits jetzt gehört die Universitätsstadt Würzburg zu den fünf Städten, in denen am meisten an Tieren getestet wird«, sagt Susanne Pfeuffer vom Verein »Menschen für Tierrechte« Würzburg. »Diese zweifelhafte Spitzenposition wird gefestigt, wenn das sich im Bau befindliche ZEMM den Betrieb aufnimmt.«
Der Würzburger Allgemeinmediziner Peter Jennrich ergänzt: »Unser Ziel ist, dass in Würzburg auf alternative Versuchsmethoden zurückgegriffen wird - ohne Tierversuche.«

EU soll Tierversuche verbieten

Der Bundesverband der Tierversuchsgegner - Menschen für Tierrechte e.V. pocht auf den für alle EU-Staaten gültigen gesetzlichen Auftrag, Tierversuche zu begrenzen und zu ersetzen. »Es kann nicht angehen, dass einerseits auf Bundes- und EU-Ebene Vorschriften zum Abbau von Tierversuchen bestehen, andererseits sich überall neue Tierversuchslabors ausbreiten«, empört sich Dr. Corina Gericke vom Bundesverband der Tierversuchsgegner.

Vertretbare Qualen?

Der Referatsleiter für Tierschutz und biologische Sicherheit an der Universität Würzburg, Dr. Wolfgang Geise dagegen besteht darauf, dass Tierversuche schließlich nicht verboten seien. Gegenüber der Presse erklärte Geise im Dezember 2002, es gehe darum, gleichsam eine ethische Güterabwägung zu treffen, ob die Qualen in einem vertretbaren Verhältnis zum Nutzen für den Menschen stehen. (Main Post, 04.12.2002)
»Diese `ethische Güterabwägung´ ist nur ein vorgeschobenes Argument, um am Tierversuch festhalten zu können. Denn Tierversuche haben keinen Nutzen für die Patienten. Das zeigen die stetig ansteigenden Zivilisationskrankheiten trotz jahrzehntelanger Tierversuche«, entgegnet Allgemeinmediziner Jennrich.

Bürgerprotest gegen Tierversuche

Das Würzburger Tierversuchszentrum ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Tierfreund - und ein grausames Todesurteil für unzählige Mäuse, Hunde, Katzen und Mini-Schweine.

Nachdem am 6. September 2003 bereits mehrere Hundert Menschen gegen den Bau der Tierversuchsanlage in Würzburg demonstriert hatten, riefen »Menschen für Tierrechte« am 13. Dezember zu einem Fackelzug durch die Würzburger Innenstadt auf. Etwa 200 Tierfreunde zogen an diesem Adventssamstag vom Bahnhof bis zum Vierröhrenbrunnen, um auf das unermessliche Leid der Tiere in den Laboren aufmerksam zu machen. Das Plakat »Tierversuchsstadt Würzburg« stieß auf heftige Reaktionen bei so manchem Passanten. »Ich bin stolz auf unsere Stadt. Doch der Bau des Tierversuchszentrums ist ein Skandal! Ich fordere ein Würzburg ohne Tierversuche!«, empört sich eine Fußgängerin.

Bis zur Eröffnung des Zentrums sind weitere Aktionen geplant: Demonstrationen, Informationsstände, Plakat- und Postkartenaktionen.

Helfen Sie mit!

Unterschriftenlisten und die Postkarten »Tierversuchsstadt Würzburg« an OB Pia Beckmann und Uni-Präsident Dr. Axel Haase können bestellt werden bei:

Menschen für Tierrechte Nürnberg e.V.
AG Würzburg, Tel. 0931/46079059
Internet: www.tierrechte.de/wuerzburg
e-mail: wuerzburg@tierrechte.de



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In Würzburg entsteht das derzeit teuerste Tierversuchszentrum. Ein zweifelhafter Spitzenplatz für die Bischofsstadt. Dabei gibt es längst echte wissenschaftliche Forschungsmethoden ohne Tierqual.  Passanten empörten sich: »Der Bau des Tierversuchszentrums ist ein Skandal! Ich fordere ein Würzburg ohne Tierversuche!«  Demonstration in der Kaiserstr. 


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