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Stoppt Stierkämpfe!
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D I E A N K L A G E D E S H A U P T K L Ä G E R S
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»Herr Präsident, hoher Gerichtshof,
Tierfreunde aus ganz Europa, vor allem Tierschutzorganisationen aus Spanien, Frankreich und Belgien, bringen heute ein Verbrechen zur Anklage, das eine Kulturschande Europas darstellt: das vorsätzliche Quälen und Töten hoch entwickelter Tiere, allein zum Vergnügen des Menschen.
Welch prachtvolles Geschöpf ein Stier ist, war bereits den alten Griechen bewusst, nach deren Mythologie sich kein geringerer als der Himmelsgott Zeus in einen Stier verwandelte, um Europa auf den Rücken zu nehmen - die Erdgöttin von einst und die Namensträgerin unseres Kontinents von heute. Es ist von makabrer Symbolik, dass die Europäer ihr Wappentier massakrieren und in Blut ertränken lassen. Sind wir uns bewusst, dass dieses Tier ähnliche Schmerzen und panische Ängste erleiden kann wie der Mensch?! Ja? Dann versetzen wir uns einmal kurz in die Situation der Mordopfer, um die es in diesem Gerichtsverfahren geht:
Stellen Sie sich vor, man würde Sie auf einem Spaziergang durch eine spanische oder südfranzösische Landschaft plötzlich verhaften und dann folgendermaßen behandeln: Man bricht Ihnen mit einer Zange die Zähne ab - ohne Betäubung; man spickt ihre Geschlechtsteile mit abgebrochenen Nadeln; man flößt Ihnen kiloweise scharfe Abführmittel ein, sodass Ihr Darm zu explodieren droht; man reibt Ihre Augäpfel mit Vaseline ein, sodass Sie alles nur durch einen Schleier sehen; man schlägt Sie 20 bis 30x in die Nierengegend, sodass Sie ständig einer Ohnmacht nahe sind; man reißt Ihnen die Fußnägel aus und spreizt Ihnen Holzteile zwischen die Zehen; und schließlich reibt man Ihnen Füße und Beine mit Terpentin ein, sodass Sie vor brennendem Schmerz auf- und abspringen.
In Spanien und Frankreich erleben jährlich Tausende von Stieren diese Spezialbehandlung zur Vorbereitung auf den Kampf in der Arena. Wer wagt es, da noch zu sagen: Es geht ja bloß um Tiere? Wer wagt es, da noch von Stierkämpfen zu schwärmen oder sich gleichgültig abzuwenden?! Und wer will da noch behaupten, dass der Stierkampf ein Wettstreit zwischen Mensch und Tier sei? Er ist nichts anderes als die barbarische Folter wehrloser Tiere durch ruhmsüchtige Sadisten, denen der Stier nun begegnet, wenn er die Arena betritt: Zu Pferde kommen sie auf ihn zu und stechen mit Lanzen auf ihn ein, während eine blutgierige Menge die Folterknechte namens Picadores anfeuert. Je kunstvoller die Folter, umso größer der Beifall. Dann kommen die Spieße mit den Widerhaken, die man dem Stier ins Fleisch stößt und dort baumeln lässt. Noch mehr Blut, noch mehr Schmerzensschreie, noch mehr Beifall von den Rängen - ein rohes Gejohle, das sich an unsäglichem Leid delektiert. In der Arena werden Menschen zu Monstren.
Dann nähert sich der Held der Arena, fein gekleidet wie ein Edelmann des 17. Jahrhunderts, ausgerüstet mit einem Degen und einem roten Tuch. Tänzelnd wie eine Primadonna lockt er den Stier, um einen Kampf vorzutäuschen, der längst keiner mehr ist: Sein Gegner ist bereits blutüberströmt und schleppt sich mit sechs Spießen im Leib durch die Arena - den Kopf gesenkt, nicht aus Angriffslust, sondern weil ihm die Nackenmuskeln durchtrennt wurden, damit er für den Degen des tapferen Toreros ein leichteres Ziel abgibt. Wehe dem Stier, wenn er hinfällt und sich vor Schwäche gar niederlegen will. Er darf noch nicht sterben. Man zerrt ihn an Schwanz und Hörnern hoch, der Stier muss »kämpfen«, damit ihn der Mordbube in Samt und Seide für 100.000,00 Euro fachgerecht abstechen kann - ein Sadist vom Scheitel bis zur Sohle, grausam und feige, eitel und geldgierig, der den sterbenden Stier auch noch schändet, indem er ihm Ohren und Hoden abschneidet, um sich mit solchen Trophäen auf obszöne Weise feiern zu lassen. Nirgends wird den niedrigsten Instinkten des Menschen öffentlich so ungeniert gefrönt wie in den Stierkampfarenen. Und dennoch begeben sich Regierungschefs und Minister aus Spanien und Frankreich in die Hexenkessel der Grausamkeit in Salamanca und Madrid, in Nimes und Carcassonne, um sich an den Ritualen solcher Stierkämpfe zu erfreuen. Was sind das für Menschen, die im Namen der Tradition oder aus Gründen ihrer Karriere solche Grausamkeiten fördern? Es sind Bürgermeister und Minister, die für die staatliche Subventionierung dieses schändlichen Vergnügens sorgen. Es sind Bischöfe und Pfarrer, die das satanische Spiel segnen und auch selbst auf den Rängen sitzen. Es ist die Masse gaffender Spanienurlauber, die zunächst glauben, »das muss man sehen«, aber sich vielfach auch entsetzt abwenden, weil sie den Blutrausch der Arena nicht gewohnt sind. Und es ist die dünne Schicht der »Aficionados«, der fanatischen Anhänger der Tiermassaker, einer Minderheit, deren politischer Einfluss über die Regierungskanzleien von Madrid und Paris bis in die EU-Kommission reicht, um zu verhindern, dass diese tier- und menschenunwürdige Barbarei ein Ende findet.
All dies ist Gegenstand der heutigen Anklagen:
1) die furchtbaren Tierquälereien bei der Vorbereitung der Stiere auf die Corrida und während ihres Todeskampfes in der Arena,
2) die Verrohung und Demoralisierung der Gesellschaft durch die Grausamkeit der Stierkämpfe,
3) die finanzielle Förderung dieser Kulturschande durch öffentliche Haushaltsmittel, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung gegen Corridas und Fiestas ist,
4) die Verbiegung des geltenden Rechts zugunsten der Ausweitung und Wiedereinführung von Stierkampfspektakeln in Orten und Regionen, in denen sie bereits abgeschafft waren,
5) die Ignoranz der Verantwortlichen bei der Schaffung rechtlicher Verbote zum Schutze der Tiere.
Angeklagt sind der Präsident der Europäischen Kommission, der Kommissar für Landwirtschaft und Fischerei, der französische Premierminister und der französische Landwirtschaftsminister sowie der spanische Ministerpräsident und der spanische Landwirtschaftsminister. Wir treten nunmehr in den Vortrag der einzelnen Anklagen ein, bei denen wir auch Zeugen und Sachverständige vernehmen und als Beweismaterial Filmausschnitte vorführen werden.«
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D E R F I L M D E R S C H A N D E
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Cannes 2002. Thierry Hély zeigt seinen »Film der Schande«. Danach macht der Film die Runde, wird unter anderem von der BBC ausgestrahlt.
»Das ist die echte Corrida«, sagt Thierry Hély, als er den »Film der Schande« als Beweismaterial beim Internationalen Gerichtshof für Tierrechte in Brüssel vorführt. »Das, was ich sah, übertraf an Niedertracht alles, was ich mir vorgestellt hatte. Ich musste mich enorm beherrschen, um ruhig zu bleiben, denn das "Spektakel" eines prächtigen Tieres, das mit blanker Waffe niedergemetzelt wird, war für mich ebenso unerträglich wie die obszöne Menge um mich herum und deren frenetischer Applaus. Ich habe gesehen, wie aus dem Maul des knienden Stieres während seines Todeskampfes Blut floss, ich habe gesehen und gehört, wie die Zuschauer die Tortur des Tieres mit ihrem Applaus begleiteten, bis der Tod die Erlösung brachte.« (Thierry Hély in: Journal Franz Weber No. 64, 2003)
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Der renommierte spanische Veterinär Dr. Albert Sordé, der an der Universität von Barcelona Tiermedizin lehrt, beschreibt die körperlichen Leiden des Stieres während des Kampfes:
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»Nachdem das Tier durch das Tuch irregeführt wurde...
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... versetzt ihm der Picardor einen Stoß mit der "puya", einem Speer, der zur Verängstigung des Tieres und der Zerstörung von Muskeln (Trapezius-Muskel, Rhomboideus-Muskel, Spinatur-Muskel, Serratus-Muskel, Semitendinosus-Muskel, Supraspinatus-Muskel, Infraspinatus-Muskel) führt...
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... Er durchtrennt ebenfalls Blutgefäße und Nerven, indem er große Löcher öffnet, in denen sich die "banderillas" (kleine Speere mit 6 bis 8 cm langer rasierklingenscharfer Harpune) dann im Tierfleisch festkrallen...
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... Dann wird der Stier mit einem 80cm langem Schwert durchbohrt, das sein Herz, seine Leber, seine Lungen und sein Rippenfell zerstört - abhängig vom Punkt, in dem es in den Tierkörper eindringt....
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...Wenn die Schlagader getroffen wird, erbricht das Tier im Todeskampf Blut...
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... Im verzweifelten Versuch, sich an sein Leben zu klammern, kämpft das Tier darum, nicht zusammenzubrechen und versucht, im Vertrauen auf sein Gedächtnis, wieder zur Tür zu gelangen, aus der es in die Arena gelangt war, um damit einen Weg aus so viel Leiden und Pein zu finden...
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...Und so erdolchen sie ihn in den Rücken und am Genick mit dem "descabello", einem weiteren langen Schwert mit einer 10 cm langen Klinge...
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...Wegen seiner außergewöhnlichen körperlichen Stärke stirbt das Tier oft nicht in Folge dieser Peinigungen, auch wenn es sich manchmal geschlagen gibt und auf den Boden fällt...
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... Daraufhin wird mit der "puntilla", einem 10cm langen Dolchmesser, der Todesstoß gegeben, indem versucht wird, das Rückenmark des Tieres auf der Höhe der Halswirbel durchzutrennen. So gelähmt ist der Stier unfähig, nur einen Muskel zu rühren und stirbt einen Erstickungstod.«
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Der Stier wird unter tosendem Beifall des Publikums aus der Arena gezogen.
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- »Kultur« im Europa des 21. Jahrhunderts?
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D A S G E S C H Ä F T M I T D E R T I E R Q U Ä L E R E I
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Volksfeste, an denen Stiere eingesetzt werden, erhalten von der lokalen öffentlichen Verwaltung, von autonomen Gemeinwesen (vergleichbar mit Regionalparlamenten) und von Kommunalbehörden finanzielle Zuwendungen. »Der größte Teil dieser Feste könnte ohne diese öffentlichen Zuwendungen gar nicht abgehalten werden, weil sie wirtschaftlich nicht tragbar wären«, klagt Luis Luque von der Fundación Altarriba aus Spanien. »Der Anwendungsbereich dieser Zuwendungen geht von der Instandhaltung der Arenen - 90% gehören der Administration - über die Bezahlung der notwendigen Dienste (Polizei, Tierärzte, Rotes Kreuz usw.) bis zu Direktzahlungen für Stierkämpfe und Volksfeste mit Stiertreiben.« Das Überleben der Stierkampfindustrie hängt also ausschließlich von den Geldern der Steuerzahler ab, welche vom Finanzministerium für die Pflege dieses barbarischen Brauchs in Millionenhöhe verteilt werden - und dies, obwohl sich auch in Spanien und Frankreich die Mehrheit der Bevölkerung gegen Stierkämpfe ausspricht. »Meine Damen und Herren, die Europäische Union ignoriert diese Bräuche willentlich«, sagt Luque. »Ethische und willentliche Ignoranz einer Tatsache ist gleichbedeutend mit Schuld durch Unterlassung.« Oft ist es sogar mehr als bloße Ignoranz: Javier Elorza, ständiger Vertreter Spaniens bei der EU, brüstete sich mit den Erklärungen, die er am 2.06.1999 in Barcelona der Zeitung »La Vanguardia« gab: »Sie wollen unsere Stierkämpfe verbieten. Ich bin zutiefst ein Stierkampf-Anhänger. Es bereitete mir ein besonderes Vergnügen, als ich mit einem bekannten Juristen eine Strategie ausheckte, mit der wir den Absatz "die EU wird das Wohlbefinden der Tiere überwachen" mit den Worten "unter Achtung der kulturellen Tradition" ergänzt haben. Wir haben damit die Stierkämpfe gerettet!«
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D I E R O L L E D E R K I R C H E
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Edith Fischer charakterisierte die gesellschaftliche Entwicklung Europas: »Die Stellung des Tieres hat sich seit Beginn der Aufklärung im 18. Jahrhundert durch Rousseau, Voltaire und später im besonderen Maße durch Schopenhauer in unserer Gesellschaft nach und nach verändert.« Diese Veränderung führte schließlich dazu, dass der Schutz der Tiere heute in Deutschland bereits Verfassungsrang hat. Im 5. Gebot heißt es: »Du sollst nicht töten!« Nirgends stehe geschrieben, dass dieser einfache und klare Satz eine Beschränkung einzig auf den Menschen enthält. Doch im Katechismus der katholischen Kirche von 1997 heiße es, dass man sich der Tiere zur Freizeitgestaltung bedienen kann. Auch solle man Tieren nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt. »Nicht genug damit, man hat sogar das 5. Gebot, das da heißt "Du sollst nicht töten!" umgewandelt in "Du sollst nicht morden!" Damit soll dieses Gebot nur auf den Menschen allein beschränkt werden. Ich frage Sie nun, meine Damen und Herren, ist das Hinmeucheln eines unschuldigen Tieres in der Arena etwa kein Mord? Kultur, meine Damen und Herren, ist in unserer Gesellschaft nicht nur Ausdruck eines ästhetischen Kunstgenusses. Kultur bedeutet auch Engagement gegen ethisch unerträgliche und gar verwerfliche Missstände in unserer Gesellschaft.« Die Philosophie habe hierbei zur moralisch-ethischen Entwicklung unserer Gesellschaft mehr beigetragen als die Kirche in ihrer 2000jährigen Geschichte. »Der Stierkampf ist ein Mordgeschäft und zeigt eine beispiellose Ehrfurchtslosigkeit und Schamlosigkeit vor der Schöpfung. Eine Kirche, die zu all dem schweigt, erklärt damit den Bankrott ihrer Barmherzigkeitspredigten.«
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D I E K R I M I N O L O G I S C H E S E I T E D E R S T I E R K Ä M P F E
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Dr. Geertrui Cazaux erklärt anhand der These des »cruelty link«, dass Tierquälerei Hand in Hand geht mit verschiedenen Formen der Gewalt gegen Menschen: 1. Verschiedene Formen zwischenmenschlicher Gewalt in der häuslichen Umgebung und Kindsmisshandlung gehen Hand in Hand mit Tierquälerei. 2. Tierquälereien in der Kindheit können als ein Indikator gesehen werden für eine mögliche gewalttätige oder aggressive »Karriere« im Erwachsenenalter. In Ländern wie den USA oder Großbritannien arbeiten daher sogar Tierrechtsorganisationen mit Kinderschutzorganisationen und Frauenschutzgruppen zusammen mit dem Versuch, häuslicher Gewalt in jeder Form vorzubeugen. »Die vorliegenden Untersuchungen haben ihr Augenmerk auf die Quälerei von Haustieren gerichtet oder Tierquälerei, die als "unnötiges Leiden" von Tieren definiert wird«, erklärt die Kriminologin. »Wir sollten aber auch der Frage nachgehen, wo der Zusammenhang zwischen Gewalt an Menschen und gesellschaftlich akzeptierten Formen von Tierquälerei wie Jagd oder Stierkampf besteht.«
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D I E R E C H T L I C H E S I T U A T I O N
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»Es gibt bisher keine europäischen Regelungen, die den Stierkampf verbieten«, erläutert Dr. Caspar. Der Stierkampf wird von der EU sogar subventioniert, denn die Direktsubventionen an die Rindfleischerzeuger kommen auch der Stierkampfindustrie zugute: Für einen Bullen wird 210 Euro Sonderprämie gezahlt, für einen Ochsen 110 Euro. »Der Bund der Steuerzahler in Deutschland schätzt, dass die Subventionen für die Stierkampfindustrie in zweistelliger Millionenhöhe liegen«, sagt Dr. Caspar. Doch während die Stierkampfindustrie die EU-Subventionen an Rindfleischerzeuger einstreichen darf, gelten die Gesetze zum Schutz der Schlachttiere für die Stierkämpfe nicht!. Auf die Frage der Anklage, ob die EU die Stierkämpfe verbieten könnte, erläutert der Sachverständige: »Nein, das Verbot der Stierkämpfe müsste ausdrücklich im EU-Vertrag stehen. Die EU kennt viele Tierschutzrichtlinien, hat aber keine unmittelbare Kompetenz für Tierschutz. Für die EU ist Tierschutz ein Handelshemmnis, sofern er nicht einheitlich in allen Mitgliedsstaaten geregelt ist. Die "Harmonisierung" der nationalen Tierschutzgesetze erfolgt aber keineswegs im Sinne der Tiere, sondern zugunsten gemeinsamer Marktstandards.« Dr. Johannes Caspar schließt mit den Worten: »Es bedarf einer Implementierung des Tierschutzes auf EU-Verfassungsebene - ohne Ausnahmen aus Gründen so genannter “kultureller Tradition".«
Informationen: Fondation Franz Weber, Case postale CH-1820 Montreux, Internet: www.ffw.ch e-mail ffw@ffw.ch
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