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Ein Kälbchen kommt zur Welt
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Unsere heutigen Rinder stammen ursprünglich von wisentähnlichen Urrindern ab. Sie leben in größeren sozialen Verbänden zusammen, meist in Herden von mehreren Dutzend Tieren. In der Regel hat eine Kuh, wie eine Menschenfrau, eine Tragzeit von 9 Monaten. Bereits eine Stunde nach der Geburt steht das Neugebore auf und sucht das Euter. Schon nach etwa 3 Wochen beginnt es, das erste Gras zu knabbern. In der Natur säugt die Mutter ihr Kind bis zu einem Jahr lang. Nun wird die Milchproduktion eingestellt. In der völlig unnatürlichen Situation der Massentierhaltung ist es undenkbar, dass eine Kuh ihr Kälbchen ohne Hilfe des Tierarztes zur Welt bringt. Je überzüchteter die Tiere sind, desto höher die Komplikationswahrscheinlichkeit. Wenige Tage nach der Geburt wird der Mutter das Kälbchen weggenommen, weil ihre Milch für die Menschen verwendet wird. Tierfreunde haben eine Herde Hinterwälder-Kühe vor dem Schlachter freigekauft. Die Tiere leben in einem kleinen Paradies: Sie haben weitläufige Weiden, Zugang zu einem Wäldchen, frisches Wasser, gutes Heu und einen festen Offenstall, der sie vor Hitze oder Kälte, vor Sturm oder Nässe schützt.
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Elend für 4 Millionen Kälbchen jährlich in der Massentierhaltung
So wie mir geht es jedes Jahr über 4 Millionen Kälbchen: Unsere Mütter, die Milchkühe, werden einmal im Jahr künstlich befruchtet. Weil ihnen die Milch von den Menschen weggenommen wird, werden wir Kälber, für die die Milch eigentlich gedacht ist, kurz nach der Geburt von unseren Müttern getrennt. Wir werden in enge Holzverschläge gesperrt, in denen wir uns kaum bewegen können. Bis zu unserer Schlachtung stellt man uns nicht mehr als einen Quadratmeter Fläche zur Verfügung - die Mäster maximieren so ihren Profit. Statt der Muttermilch bekommen wir nur eine fette weiße Brühe, die aus Magermilchpulver, Talg, Walfett und viel Salz besteht. Durch die überhöhte Menge Salz bekommen wir schrecklichen Durst. Weil wir kein Wasser bekommen, trinken wir noch mehr von dem salzigen Milchaustausch-Brei - und werden so in kürzester Zeit auf das Schlachtgewicht gemästet. Wir sind einsam, haben schreckliche Langeweile und ungeheuren Stress. Während unseres ganzen kurzen Lebens sehen wir nicht einmal eine grüne Wiese. Und die Sonne erblicken wir zum ersten Mal auf dem Weg zum Schlachthof...
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