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Hilfe für Ponys in Not

G N A D E N H O F   S I E B E N   E I C H E N 

Was brauchen Pferde? Große grüne Wiesen zum Fressen und ausgelassen Galoppieren. Eine Herde, in der sie soziale Kontakte wie Fellpflege und Spiel, aber auch Animation zur Bewegung finden.

Pferde brauchen regelmäßige Bewegung, die sie gesund und fit hält - wild lebende Pferde legen täglich Strecken von 35 bis 40 Kilometern zurück. Pferde benötigen einen Stall oder festen Unterstand, in dem sie Schutz bei Nässe, Hitze oder Kälte finden. Und nicht zuletzt brauchen sie gesundes Futter, Hufpflege und hin und wieder einen Tierarzt.

Für viele der Ponys und Pferde, die ihren Lebensabend auf dem Gnadenhof Sieben Eichen verbringen, war dies früher nicht selbstverständlich. Die meisten der 50 Ponys und Pferde erleben auf »Sieben Eichen« zum ersten Mal, wie schön das Leben sein kann. So mancher vierhufige Neuankömmling steht zu Beginn verwundert und staunend da.


 

Für diese Ponys war ein Leben in der Herde mit Auslauf auf grünen Wiesen früher nicht selbstverständlich. (Bild: Pony in Not)



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Traurige Pferdeschicksale

Das Welsh-Pony Mobby verbrachte sein Leben angebunden in einem engen Verschlag. Weil er sich hierin kaum bewegen konnte und auch nie ins Freie kam, verformten sich seine Hufe und Beine. Als man das Pony in dem völlig verdreckten Verschlag fand, war es halb verhungert und hatte fast kein Fell mehr. Die Haut war mit eitrigen Prusteln übersät.
Der Haflinger Tom Collins wurde als junges Pferd so brutal eingeritten, dass er bald keinen Reiter mehr tragen konnte. Sein damaliger Besitzer wollte ihn zum Schlachter bringen.
Der Isländer Kevli würde heute nicht mehr leben, wenn ihn die Tierschützer nicht gerettet hätten. Weil er zu alt geworden war, um auf Isländerturnieren Preise zu gewinnen, sollte er geschlachtet werden.
Speedys Zähne hatten eine Fehlstellung. Weil er deswegen nicht zur Zucht gebraucht werden konnte, sollte er zum Schlachter kommen.
Ob Mobby, Tom Collins, Kevli oder Speedy - sie konnten gerettet werden und haben auf »Sieben Eichen« eine Heimat gefunden.


 

Ankunft von Mona (oben) und Sternchen (unten). (Bild: Pony in Not)



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Ein Paradies für Pferde

Mit wehenden Mähnen stürmt die Ponyherde über die Wiese. Vor den Offenställen mit angrenzendem Paddock striegeln Kinder einige Pferde. Die Tiere können ihren Aufenthalt selbst wählen: ob sie im Stall sein wollen oder draußen. Die Außenboxen sind den »Sorgenkindern« vorbehalten, die zum Beispiel wegen Zahnproblemen oder aufgrund sehr hohen Alters nicht mehr in der Herde mitlaufen können. Extra Trockenplätze und kleine Weiden nahe am Hof ermöglichen auch ihnen einen friedlichen Lebensabend.
Auf »Sieben Eichen« finden die einst misshandelten oder abgeschobenen Ponys und Pferde eine Heimat. Sie haben große helle Ställe mit Zugang nach draußen, ausgedehnte Weiden und einen trockenen Sandauslauf bei nassem Wetter. Sie werden geliebt, gut gefüttert, gepflegt und versorgt. Dabei helfen auch Kinder mit, die ihre Patenpferde besuchen, striegeln und lieb haben. Verängstige Pferde schöpfen Vertrauen, geschundene Tiere entwickeln sich wieder zu schönen Geschöpfen. Sie werden auf keinen Fall weiterverkauft.
Doch auf dem Pferdegnadenhof leben noch andere Tiere: etwa 10 Hunde aus schlechten Haltungen, Esel, Hallische Hausschweine u.a.
Auf den 200.000qm Weideflächen wird außerdem aktiver Naturschutz betrieben: Fuchs und Hase sagen sich hier »Gute Nacht«. Die großen Grasflächen, Büsche und Hecken bieten auch vielen frei lebenden Tieren Zuflucht und Brutmöglichkeiten. So haben bedrohte Tierarten wie der Feldhase, aber auch viele Vogelarten, Käfer und Waldameisen einen Lebensraum gefunden.
»Ziel des Projekts ist es, inKindern und Erwachsenen die Liebe zu Pferden zu wecken und damit zu allem, was lebt. Durch Respekt und Ehrfurcht vor aller Kreatur kann der Funke überspringen, der uns befähigt, Gottes Schöpfung zu bewahren«, sagt Christel Schulz von »Sieben Eichen«.
Natürlich kostet ein solches Projekt viel Geld. Das Hofgut »Sieben Eichen« wird ausschließlich durch Spenden und Patenschaften finanziert.


 

Mona und Sternchen 7 Monate später auf dem Gnadenhof »Sieben Eichen« (Bild: Pony in Not)



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Wie »Pony in Not« gegründet wurde

Adriana Schulz gründete 1986 als 14jährige mit ihrer Mutter Christel den Verein »Pony in Not«. Sie kauften den Besitzern ihre misshandelten Pferde ab. Bald riefen die Leute an und sagten: »Kommen Sie schnell her, hier braucht ein Pferd dringend Hilfe!« Auch Tierschutzvereine wendeten sich an »Pony in Not«, wenn ein Platz für ein misshandeltes Pferd gebraucht wurde.
Schließlich mieteten Adriana und ihre Mutter das zehn Hektar große Gut »Sieben Eichen« bei Heilbronn. Inzwischen haben hier 50 Pferde ein Zuhause gefunden.
Im Sommer 2003 konnte Adriana Schulz die Ponys Mona und Sternchen aus einem Schrebergarten befreien. Sie waren früher der Wunschtraum zweier Kinder gewesen, doch bald kümmerte sich niemand mehr richtig um die Tiere. »Ponys kann man nicht einfach so hinterm Haus als Kinderspielzeug halten«, sagt Adriana. »Ponys sind kleine Pferde, haben aber große Bedürfnisse.«



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Patenpferde

Jeden Mittwochnachmittag kommen die Patenkinder aus der Umgebung und besuchen ihre Pflegepferde. »Ab einem Monatsbeitrag von fünf Euro kann man die Patenschaft für ein Pony übernehmen«, erklärt Frau Schulz. »Die Paten bekommen ein Foto ihres Pferdes und einen Bericht mit seiner Lebensgeschichte. Wir verschicken regelmäßig Rundbriefe, aus denen die Paten erfahren, was sich bei uns auf dem Hof alles tut.«
Echte Tierfreunde verschenken keine Tiere, so wie man Computer oder Spielzeug verschenkt. Viel zu oft werden solche Tiere bald weiterverkauft und wechseln ihre Besitzer, als wären sie ein Gebrauchtwagen. Nicht wenige vegetieren in nicht artgerechten Haltungen - entweder in zu engen Ställen mit zu wenig Auslauf oder auf abgefressenen matschigen Wiesen ohne Unterstand. Und leider enden viele Pferde im Schlachthof.
Aber ein Patenpferd, das ist eine gute Geschenkidee. So manches Kind hat auf diese Weise von seinen Eltern zum Geburtstag ein Patenpferd bekommen - ein Tier, das es zwar nicht reiten, aber besuchen kann. Und es hilft mit, ihm ein schönes Leben zu ermöglichen. Keines der Pferde wird mehr geritten: Entweder sind sie zu alt oder sie haben Verletzungen erlitten. Doch das stört die Pferdepaten nicht: »Es ist doch super, ein Pony zu haben, das man besuchen und pflegen kann - und mit dem man durch die Felder spazieren kann.«
Paten, die weiter entfernt wohnen, kommen am Wochenende oder machen gleich einen kleinen Kurzurlaub auf dem Land. Für Patenkinder wird im Sommer ein Ferienlager organisiert, damit die Paten eine ganze Woche mit den Pferden verbringen können.
»Ohne die Hilfe der Paten und ihre Spenden könnten wir nicht so vielen Pferden dieses Leben bieten«, sagt Adriana Schulz. Bei den vielen Schreckensbildern von Tiertransporten, Elend in Massentierhaltungen, unermesslichem Schlachthofleid - auch bei Ponys und Pferden -, ist die Arbeit von »Pony in Not« ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber in jedem Fall ist es ein notwendiger Tropfen.


 

Ein Patenpferd - eine gute Geschenkidee (Bild: Pony in Not)



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Wie kann man Pferdepate werden?

Wer Pate für ein Pony oder Pferd auf dem Gnadenhof »Sieben Eichen« werden will, trägt mit seinem Beitrag dazu bei, dass einem misshandelten oder vom Schlachter freigekauften Pferd ein schönes Leben ermöglicht werden kann.

Ab 5 Euro Monatsbeitrag kann eine Pferdepatenschaft übernommen werden. Jeder Pate bekommt ein Foto von seinem Schützling und regelmäßige Informationen.
Besuche sind (nach telefonischer Anmeldung) jederzeit möglich. Der Verein »Pony in Not« ist gemeinnützig anerkannt, Spenden sind steuerlich absetzbar.

Hofgut Sieben Eichen
Verein Pony in Not e.V.
Aussiedlerhof Nr. 3
74842 Billigheim/Baden
Tel. 06265/1314
Hilfskonto: 742409007
Südwestbank Schwäbisch Hall, BLZ 600 907 00



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Kinder besuchen ihre Patenpferde. Sie können sie zwar nicht reiten - aber besuchen, striegeln und mit ihnen spazieren gehen. Die Paten helfen mit, den ehemals geschundenen Tieren ein schönes Leben zu ermöglichen. (Bild: Pony in Not)



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